Geschichte von Oberschönegg

Die Burg Altschönegg war Sitz eines bedeutenden Reichsministerialgeschlechts. Seit 1355 war sie Pflegamt des Hochstifts Augsburg. Mit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 fiel der Ort an Bayern.

Der Ortsteil Weinried gehörte von 1538/39 bis 1803 den Fürsten Fugger-Babenhausen.

Der Ort kam 1972 vom Landkreis Illertissen zum neugebildeten Landkreis Unterallgäu.

Details

Aus früheren Jahrhunderten. Unsere Gegend wurde besiedelt vom Kloster Ottobeuren. Im 8, Jahrhundert bauten Ottobeurer Mönche im Haseltal ein Kirchlein. Um diese Kirche entstand eine Siedlung, das heutige Dietershofen. Oberschönegg (Schöneck) taucht zum erstenmal in der Geschichte im 12. Jahrhundert auf, als die Herrn von Schöneck begannen, mächtiger zu werden. Der erste Ritter, der mit Namen bekannt ist, ist Heinrich v. Schöneck um 1230. Ihm gehörte schon die Stadt Babenhausen. Damals entstand auch die andere Feste auf der Gegenseite des Günztales (v.d. Herrn v. Schöneck gebaut) Niederschöneck, später Unterschönegg geheißen. Friedrich v. Schöneck schenkte 1273 größere Besitzungen den Augustiner Klosterfrauen in Beuren (Klosterbeuren) und 1274 vermachte er ihnen auch noch die dortige Kirche, 1296 erhielt das Kreuzherrnkloster in Memmingen das Patronatsrecht von Holzgünz von den Herrn v. Schöneck zugesprochen. Aus dem Geschlecht der Ritter v. Schöneck gingen nacheinander zwei Bischöfe hervor, die beide den Bischofsstuhl in Augsburg inne hatten: Ulrich und Heinrich v. Schöneck. Um jene Zeit machten sich auch andere Mitglieder des Geschlechts der Ritter v. Schöneck in Augsburg ansässig. Die Herrschaft der Stammburg in Schöneck geriet allmählich in Verfall. 1315 wurde die eine Hälfte der Burg und Stadt Babenhausen und 1331 die andere Hälfte derselben verkauft und von der Herrschaft Schöneck abgetrennt. Der Rest der Herrschaft Schöneck geriet in mehrere Hände. 1354 verkaufte Anna, die Frickin, Tochter des Heinrich v. Schöneck ihren letzten Anteil an der alten Burg mit allen Leuten, Rechten und auch den Kirchenschatz zu Dietershofen um 800 Heller an den Bischof von Augsburg, in dessen Besitz die Herrschaft Oberschönegg bis 1802 blieb. Zerstörung der Burg: Im Jahre 1390 kamen die Memminger, überfielen die Burg, samt der Kapelle von Grund aus. Der Bischof befahl nun die Beteiligten und ihre Helfershelfer als Feinde der Kirche zu sich. Die Memminger brachten dabei als Entschuldigung vor, die Reichsstadt habe wegen der drohenden Kriegsgefahr die Burg Schöneck zerstört, damit sie nicht dem Feind in die Hände falle und damit eine Bedrohung der Stadt Memmingen darstelle. Die Feste Schöneck wurde wieder aufgebaut. In der Mitte des 15. Jahrhunderts wurden die Reichsstädte Ulm und Memmingen in den Krieg gegen den Bayernherzog Ludwig verwickelt. Letzter führte einen erfolglosen Angriff auf Memmingen. Auf dem Wege von Ulm nach Memmingen versuchte der Bayernherzog Ludwig vergebens die Burg Schöneck einzunehmen. Da ihm dies misslang, verbrannten die Bayern am St. Johannistag 1462 das Dorf Schönegg und das Dorf Dietershofen samt dem Weiler Inneberg. Bezüglich des Gotteshauses zu Dietershofen ist zu vermuten, dass es auch bei diesem Brande Schaden litt, denn das jetzt stehende Kirchengebäude muss aus den Spätzeiten der Gotik stammen. Der Burgstall zu Niederschönegg wurde ebenfalls zerstört. Endgültig niedergebrannt und nicht mehr aufgebaut wurde die Burg v. Schöneck wohl um 30-jährigen Krieg. Als Rest blieb der heutige Römerturm stehen. Anstelle der Burg wurde für den Vogt (Vertreter der bischöflichen Regierung in Dillingen) ein Wohngebäude mit Zehentstadel gebaut. Das Blank’sche Anwesen (Hs.Nr 1) fällt als ehemalige Vogtwohnung heut noch aus der Reihe der üblichen Bauernhäuser auf. Durch den Blutbannbrief vom 1.7.1507 erhielten die Vögte von Schönegg besondere Rechte. Insbesondere wurde ihnen dadurch die Gerichtsbarkeit übertragen. Der Vogt von Schönegg verfügte über einen Scharfrichter, wovon heute noch neben dem Flurnamen „Galgenberg“ ein eigenartiger Stuhl in der Kirche von Dietershofen zeugt. Mit dem Blutbannbrief waren Schönegg Marktrechte verliehen. 2½ Jahrhunderte wurde auf die Ausübung des Marktrechtes verzichtet. Im Jahre 1751 führte aber der Pfleger von Schönegg einen Garnmarkt ein und verbot zugleich allen Bewohnern der hochfürstlichen Orte den Markt von Babenhausen zu besuchen. Dieses Verbot bezog sich auf Schönegg, Dietershofen, Inneberg, Engishausen. Ober- und Unterroth, Ebershausen und Klosterbeuren. Mehrere Jahre wurde in Oberschönegg wöchentlich Markt gehalten. Das herrschaftliche Oberamt Babenhausen beschwerte sich dagegen. Die fürstbischöfliche Regierung zu Dillingen wies darauf hin, dass der Markt zu Schönegg ein Recht vom Kaiser Maximilian sei und früher schon in Schönegg regelmäßig Wochen- und Jahrmärkte gehalten worden seien. Nach jahrelangem Streit gab die Regierung zu Dillingen nach und so wurde die Angelegenheit in Frieden geregelt, nachdem man einsah, dass so viele Märkte wie in Memmingen und Babenhausen unmöglich dem Markt von Schönegg von Vorteil sein konnten. Im Jahre 1583 ließ der Bischof von Augsburg seinen Zehenten durch den Pfarrer von Babenhausen einheben. Darüber berichtet derselbe, er habe von Dietershofen 46 Malter und von Schönegg 60 Malter eingenommen. Der Roggen gelte 3 Gulden 3 Batzen, der Haber 3 Gulden 12 Batzen. Über das damalige Einkommen der Pfarrei Dietershofen berichtet der bischöfliche Siegler am 7. März 1591, dass es sich auf 90 bis 107 Malter Getreide belaufe. Außer diesem Großzehnten beziehe die Pfarrei vom Kirchbauern 5 Malter 6 Viertel Roggen – 2 Malter 6 Viertel Haber, den Großzehnten von Betzenhausen, den Großzehnten von zwei Höfen zu Berg und zwei Höfen zu Fröhlichs, durchschnittlich 24 Malter, 4 Opfer und Beichtgeld, den Kleinzehnten von Flachs, Obst, Hühnern, Gänsen und Schweinen zu Dietershofen, Schönegg, Berg, Fröhlichs und Betzenhausen, 2 wohlgeladene Fuder Heu ins Haus, den Heuzehnten aus 32 Gärten, 52 Mähdern und 40 Anwanden, endlich vom Kirchbauern 1 Henne, 7 Hühner und 100 Eier. Im Jahre 1635 herrschte in Schönegg und Dietershofen die Pest. In der Kirche sah es während des 30-jährigen Krieges übel aus. Es war kein Kelch, keine Albe, kein Korporale, kein Taufkessel, keine Kännchen und keine hl. Gefäße vorhanden. Das Allernotwendigste wurde aus den Nachbarkirchen entlehnt: der Kelch von Engetried, die Albe von Babenhausen, die Opferkännchen von Egg. Der Pfarrer klagte, dass das Kriegsvolk 2 Jahre in Babenhausen gelegen habe und von da aus den Pfarrhof geplündert und die Weiber zur Kirche hinausgejagt habe. Der Pfarrhof habe weder Fenster, noch Läden, noch Türen und sei dem Einsturz nahe. Um 1700 wurde in Dietershofen „unnötigerweise ein teurer und schöner Pfarrhof gebaut“ Pfarrer Jakob Wiedemann schrieb 1696 an den Generalvikar, es wundere ihn, dass der Pfarrhof nach Dietershofen gebaut worden sei. Da beinde sich allerdings der Gottesacker, aber in Schönegg sei eine schönere Kirche, das Amtshaus und viel mehr Haushaltungen als in Dietershofen. Wenn das Pfarrhaus in Schönegg stünde und dort beinahe täglich die hl. Messe gelesen würde, so würde viel mehr gebetet werden als in dem kleinen Dietershofen. 1733 stellte der Pflegeverwalter Bernhard Wittmann im Namen der Gemeinde Schönegg an den Generalvikar die Bitte für Schönegg einen eigenen Geistlichen aufzustellen, da die Entfernung von der Pfarrkirche eine halbe Stunde betrage und man an Werktagen kaum einmal eine hl. Messe besuchen könne. Im Jahre 1763 stellte die Gemeinde Schönegg an den Bischof die Bitte ihr zu gestatten, dass sie zur besseren Pflege des Christentums in den Wintermonaten einen eigenen im Lesen, Schreiben und Rechnen erfahrenen Schulmeister aus Mitteln der Gemeinde aufstelle. Der Pfarrer von Dietershofen legte dem Bischof eine ausführliche Denkschrift gegen die geplante Schulgründung in Schönegg vor. Trotzdem bekam Schönegg einen eigenen Schulmeister im Jahre 1764. Er war gebürtig von Schönegg, verheiratet und von Beruf Schneider. Er antwortete auf Befragen, dass er noch nie Schule gehalten habe, aber er hoffe, dass es mit Gotteshilfe gehe. Der Pfarrer erhob jedoch gegen die Errichtung der Schule zu Schönegg energischen Protest und brachte es dahin, dass dieselbe vom Bischof am 16. März 1768 wieder aufgehoben wurde. Vorstehende Angaben sind entnommen aus: „Die Geistlichkeit des Kapitels Ottobeuren“ von Sontheimer. 25. Juli 1951 Leinauer Michael